Hochwasserlage Juni 2013 – Bericht und Einschätzung aus Sicht der Feuerwehr

Hochwasser der Weißen Elster, Juni 2013

Im Zeitraum vom Freitag, 31.05.2013, bis Mittwoch, 05.06.2013, kam es im gesamten Vogtlandkreis durch starke Niederschläge zu Hochwasserereignissen an den Flussgebieten der Weißen Elster, der Göltzsch und der Zwickauer Mulde. Davon betroffen war auch die Stadt Elsterberg.

Auf Grund der durch den Deutschen Wetterdienst und die Landeshochwasserzentrale am Freitag, 31.05.13, ausgegebenen Warninformation mit Hinweis auf mögliche Hochwassergefahren wurden durch die Stadtwehrleitung der Feuerwehr Elsterberg erste Warnungen an gefährdete Bereiche, z.B. die Franzmühle, ausgegeben. Hier half die Feuerwehr noch am Freitagabend bei der Beräumung des Kellers. Am Sonnabend, 01.06.13, früh 08.00 Uhr, erfolgte mit dem Bürgermeister der Stadt Elsterberg, Herrn Jenennchen, eine Beratung mit Festlegung von Maßnahmen zur eventuell bevorstehenden Hochwassersituation:

Im Anschluss an diese Beratung lag bis Mittag der Schwerpunkt der Arbeit dann in der Umsetzung der getroffenen Maßnahmen – Warnungen der Bevölkerung, Sandsäcke füllen, Kontrollfahrten.

Hochwasser der Weißen Elster, Juni 2013

Das Positive an diesem Tag – der Regen ließ nach, der Elsterpegel ging leicht zurück, es sah nach Entspannung aus. Der Pegel der Elster lag geringfügig über der Alarmstufe 2, zwischen 2,25 m und 2,40m, dies bedeutete für das Stadtgebiet keine Gefahr.
Die Einsatzkräfte der Wehr von Elsterberg konnten dadurch den seit langen geplanten „Wandertag des Feuerwehrvereins“ durchführen, der allerdings auf Grund der Situation in „abgekürzter Variante“ und immer unter Absicherung der Einsatzbereitschaft erfolgte.

Am Sonntag, 02.06.13, ab dem frühen Morgen, verschärfte sich die Situation durch den wiedereinsetzenden starken Regen. Die FF Elsterberg wurde 06.25 Uhr mit dem Alarmstichwort „Schlauchboot zur Personenrettung“ nach Mylau angefordert. Weitere Einsätze erforderte zunächst die Alarmierung der gesamten Wehr Elsterberg.

Ab 08.00 Uhr wurde dann im Gerätehaus der Feuerwehr Elsterberg die Einsatzzentrale aufgebaut, die ab diesem Zeitpunkt bis einschließlich Dienstag, 04.06.13, 22.00 Uhr, rund um die Uhr besetzt war. Diese Einsatzzentrale nahm alle Meldungen von Bürgern, die über die Leitstelle der Feuerwehr in Plauen kamen sowie auch persönlich im Gerätehaus der Feuerwehr gemeldet wurden, entgegen.

Durch die Einsatzleitung mussten insbesondere am Sonntag und Montag Prioritäten in der Abarbeitung der Einsatzaufträge gesetzt werden. Am Sonntag waren bis in die Nachtstunden zum Montag alle Ortsfeuerwehren der Stadt im Einsatz, bis zu 80 Kameraden mit 10 Fahrzeugen.
Nachfolgend einige Einsatzschwerpunkte:

Hier war die FF Losa am Samstagnachmittag im Einsatz zum Abpumpen des erhöhten Wasserstandes sowie Sandsackverbau an einem bedrohten Wohnhaus.

Dazu kamen Einsätze mit höchster Priorität, wie

Auf Grund der bedrohliche Lage wurde durch den Landrat als Vorsitzender des Katastrophenschutzstabes des Landratsamtes Vogtlandkreis für Elsterberg am Sonntag, 02.06.2013 um 19.15 Uhr Katastrophenvoralarm und am gleichen Tag um 21.45 Uhr Katastrophenalarm ausgelöst (die Aufhebung erfolgte am 03.06.13, 21.30 Uhr). Damit war die Einsatzleitung der Feuerwehr Elsterberg als Abschnitt der Technischen Einsatzleitung des Vogtlandkreises unterstellt, arbeitete aber alle weiteren Maßnahmen eigenständig ab, es mussten regelmäßige Lagemeldungen nach Plauen gegeben werden.

Hochwasser der Weißen Elster, Juni 2013

Durch den Stadtwehrleiter wurde insbesondere in der Nacht vom Sonntag zu Montag mit den Staumeistern der Talsperren Pirk und Pöhl mehrfach telefonischer Kontakt aufgenommen. Der höchste Wasserstand der Elster war am 03.06.ca. 02.00 Uhr mit 3,44 m erreicht. Zu diesem Zeitpunkt konnte vom Staumeister der Talsperre Pöhl eingeschätzt werden, dass diese Talsperre NICHT überlaufen wird und noch genügend Stauraum zur Aufnahme des Wassers der überlaufenden Talsperre Werda hat. Außerdem hatte es zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr geregnet, weitere Niederschläge waren nicht zu erwarten!

Damit war ein überfluten des Elsterdammes nicht mehr zu erwarten! (Auf der Flussseite der Umgehungsstraße B 92, Elsteraue, haben ca. 5 cm gefehlt, im Bereich der Teichgartenstraße und Stützmauer an der Wehrwiese ca. 15 cm). Kritischster Punkt war zudem die Eisenbahnbrücke über die Elster, noch ca. 15 cm haben gefehlt, dann wäre das Wasser an der Brücke angestaut worden!

Bereits in der Nacht vom Sonntag zum Montag und in der Folge am Montag liefen in der Einsatzleitung Meldungen aus 6 Wohngebäuden ein über aufgeschwemmte Heizöltanks in den Kellern. In 4 Fällen kam es zum Auslaufen größerer Mengen Heizöl in den Kellergeschossen (gesamt ca. 8.000 l ). Das Wasser/Heizölgemisch hat in diesen Wohngebäuden den gesamten Kellerbereich überspült und einen hohen Schaden verursacht. Gemeinsam mit einer für diese Fälle ausgerüsteten Spezialfirma wurde bis einschließlich Freitagabend dieses öl-Wassergemisch entsorgt.

Was ist über diesen umfangreichsten und personalintensivsten Einsatz der Elsterberger Feuerwehren der letzten Jahrzehnte noch zu erwähnen:

Nach dem Auspumpen letzter Keller am Mittwochnachmittag, 05.06.13, war der Einsatz beendet. Nacharbeiten wie Reinigung der Einsatzkleidung und Einsatzausrüstung zogen sich noch 1 Woche hin.

Den Arbeitgebern der Feuerwehrkameraden möchte ich für das Verständnis danken, dass einige Kameraden nicht zur Arbeit erscheinen konnten, sondern im Hochwassereinsatz größeren Schaden verhindern konnten.

Abschließend möchte ich mich bei allen freiwilligen Helfern und Firmen bedanken, die uns in dieser schwierigen Situation Hilfe und Unterstützung, egal ob manuell oder mit Technik, angeboten haben. Gleiches gilt auch für alle Feuerwehrkameraden der Feuerwehren der Stadt und den „Versorgungshelfern“ im Geräthaus der Feuerwehr!

DANKE !!

Ludwig Otto
Stadtwehrleiter